The long story of a Selfpublisher


Oft werde ich gefragt: „Wie kommt man auf so etwas?“

Nun ja, das ist gar nicht so einfach zu erklären, die Ideen sind einfach da. Ständig entstehen neue Personen und ihre Schicksale in meinem Kopf (damit meine ich Charaktere für meine Bücher und keine multiple Persönlichkeitsstörung 😉).

 

Im Grunde genommen fing alles schon im Kindergarten an. Während andere Kinder mit Knetmasse um sich warfen und sich diverse Gegenstände in die Münder steckten, hatte ich nur einen Wunsch: Endlich selbst lesen zu können.

 

Das mag jetzt vielleicht einen falschen Eindruck erwecken. Natürlich spielte ich auch liebend gern, wie jedes andere Kind auch. Den größten Spaß hatte ich beim Abfangen, Klettern, Legobauen und Spielen mit allen möglichen Figuren. Mit Puppen konnte ich hingegen nicht so viel anfangen (außer Woody von Toy Story - auch heute noch einer meiner Lieblingsfilme. Im Kindergarten gab es eine Woody-Puppe, der von Beginn an der Hut fehlte. Von einer Freundin habe ich im Jahr 2018 tatsächlich meinen eigenen Woody bekommen, aber ich schweife ab 😉).

Als ich fünf Jahre alt war, bekam ich ein Tier-Lexikon. So konnte ich mit meiner Mama schon einige Wörter lesen lernen, bevor ich in die Schule kam. Das hat mir große Freude bereitet! 

 

Bevor ich wusste, wie man das Wort „Autorin“ überhaupt schreibt, stand mein Berufswunsch für mich fest.

Als ich ein Jahr darauf in die Schule kam, war es keine große Überraschung, dass Lesen und Schreiben auf Anhieb mein Lieblingsfach wurde. Aufgrund unseres darauffolgenden Umzuges kam ich zwei Monate vor Beginn der Sommerferien in eine neue Schule. Das war eine große Umstellung für mich, denn ich musste in dieser kurzen Zeit die Schreibschrift lernen. In der alten Schule hatten wir ausschließlich in Druckschrift geschrieben. Zwei Monate lang schrieb ich, was das Zeug hielt und ich fand es damals als Sechsjährige sehr spannend, eine neue Art des Schreibens zu erlernen.

 

Es dauerte nicht lange und ich fing an, mir Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Viele davon habe ich noch. Dieses Hobby zog sich über mehrere Jahre und wenn ich mir heute diese Geschichten durchlese, zaubern sie mehr als nur ein Schmunzeln auf mein Gesicht, denn die Dialoge, sowie logischen Abläufe in den Storys scheinen mir nun mehr als fragwürdig zu sein.

 

Im Jugendalter rückte dieses Hobby in den Hintergrund. Ich schrieb kaum noch, aber der Wunsch, Autorin zu werden, verschwand nie zur Gänze. Aus Vernunft wählte ich einen komplett anderen Karriereweg: Ich begann eine Lehre in der Metallindustrie. Der Beruf machte mir von Anfang an erstaunlich viel Spaß und noch dazu ereignete sich an meinem Arbeitsplatz ein wichtiges Aufeinandertreffen: Ich lernte einen hübschen, jungen Mann kennen, mit dem ich seit 2013 in einer Partnerschaft lebe.

So sehr mir mein Beruf auch gefällt – es fehlte von Beginn an immer etwas. Ich las leidenschaftlich gerne Psychothriller und irgendwann dachte ich mir: „Wieso sollte ich das nicht auch können?“

Also setzte ich mich hin und musste gar nicht viel darüber nachdenken, da hatte ich schon ein Exposé verfasst. In meiner Freizeit schrieb ich über Jahre hinweg an meinem Manuskript und tippte es nach Fertigstellung auf dem Laptop ab.

 

Im Herbst 2018 wurde ich über einen Radiosender auf das Thema Selfpublishing aufmerksam und begann, mein Buch selbst zu vermarkten. Die Lektorensuche stellte sich als gar nicht mal so einfach heraus, aber als dieser Schritt geschafft war, folgte ein Ereignis dem anderen. Beinahe täglich gab es neue Herausforderungen, die ich in meiner Freizeit zu bewältigen versuchte. Alles war so neu und aufregend – ich durfte bei einer Lesung in Wien sogar meine Lektorin und andere Autoren kennenlernen.

 

Der Weg bis zur Veröffentlichung meines Psychothrillers NEGATIO war lang und steinig, aber umso mehr freute ich mich, ein Buch in den Händen zu halten, dessen Inhalt aus meiner Fantasie entstanden ist.

 

Ich kann förmlich dabei zusehen, wie die Geschichten in meinem Kopf entstehen, dazu muss ich mich nur vor ein leeres Blatt Papier setzen. Das ist auch der Grund, warum ich nicht mit dem Schreiben aufhören will. Denn dazu macht es mir zu viel Freude!